Wie jedes Jahr bietet der Tag der Architektur an 2 Tagen Einblicke in Gebäude, die sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind bzw. die an diesen Tagen durch die Bauherren, Architekten oder Planer vorgestellt und insbesondere architektonisch erklärt werden.

Ich habe dieses Jahr den Neubau der Konzernzentrale von Materna, entworfen von Gerber Architekten, und das TMM Forum, geplant und gebaut durch Goldbeck, besucht.

Repräsentatives Wohlfühlen im Büro

Das neu gestaltete Bürogebäude von Materna soll schöner sein als Homeoffice. So beschrieb in plakativen Sätzen Prof. Gerber den Zweck des Gebäudes, dass vor Corona per Wettbewerb an das Büro Gerber Architekten vergeben wurde (siehe Foto).

Ein einladender Innenhof, unterschiedlichste Arbeitsbereiche sowie eine sehr gute Kantine sind wesentliche Bestandteile, die dem Mitarbeiter die Entscheidung zwischen Büro und Home-Office leichter machen sollen – definitiv hat sich hier der Fokus während der Planung verschoben.

Dafür wurde die neuste Technik und die hippsten Möbel eingesetzt, um Besprechungen in allen Stellungen zu ermöglichen (siehe Foto).

Auch an Details wie akzentuierende Beleuchtung und Akustikdämmung in allen Bereichen wurde gedacht (siehe Foto). Der Besucher hat nicht den Eindruck, dass hier der Rotstift führend war.

Laut Materna wird das Konzept auch gut angenommen und Mitarbeiter kommen gerne ins Office. Aktuell ist das Gebäude allerdings noch nicht ausgelastet und wird deshalb auch teilweise extern vermietet, was von einer gewissen Flexibilität zeugt und grundsätzlich positiv zu bewerten ist.

Die äußere, einheitliche Gestaltung sowie die Verwendung hochwertigster Materialien (gebogene Aluminiumfenster, portugiesischer Naturstein, etc.) lassen aber vermuten, dass die Konzernzentrale natürlich auch ein repräsentativer Bau ist, der ein Zeichen setzt, eine Landmarke darstellt und die Stellung von Materna in Dortmund im wahrsten Sinne des Wortes „untermauern“ soll (siehe Foto).

Systeme fürs Büro

Nur 2 Straßen weiter liegt das TMM Forum, dass von Goldbeck geplant und realisiert wurde. Hier wird ein komplett anderes Konzept verfolgt, möglichst schnell, mit Hilfe von vorgefertigten Rohbauteilen ein Büro- oder Industriegebäude hochzuziehen. Ziel ist es, innerhalb einer Woche den Rohbau eines Geschosses zu errichten.

Der Fokus liegt deshalb dabei, den Rohbau und Innenausbau in standardisierten Modulen zu planen und zu bauen, schnell und rational. Goldbeck unterhält dafür eigene Werke in Tschechien. Der Auftraggeber kann im TMM Forum alternative Lösung besichtigen und auswählen (siehe Foto).

Auch bei der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) wird auf standardisierte Lösung zurückgegriffen, um ebenfalls hier die Planung zu beschleunigen. Der Bauherr hat hier die Wahl auf sichtbare Technik oder abgehängte Decken mit versteckter Technik (siehe Foto).

Dennoch bietet auch Goldbeck dem Bauherrn eine gewisse Individualität, insbesondere bei der Gestaltung der Fassade, dem Gesicht des Gebäudes.

Tag der Architektur 2025
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