Seit 2005 nutze ich bereits eine Wärmepumpe und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in unserem Niedrigenergiehaus. Ende 2023 ist ein Elektroauto hinzugekommen. Somit ist eine PV-Anlage mit Speicher nur die logische Konsequenz und eine Frage der Zeit gewesen.

Planung
Die meisten, frei zugänglichen Planungshilfen geben i.d.R. nur eine durchschnittliche Angabe zum jährlichen Ertrag auf Basis des Jahresverbrauchs. Das ist mir zu ungenau, da es nicht das eigene Verbrauchsprofil, über den Tag und in verschiedenen Monaten, berücksichtigt. Ich habe daher für typische Monate des Jahres meinen Tagesverbrauch untersucht und mithilfe mittlerer Strahlungsdaten den möglichen Ertrag bzw. Eigenverbrauch berechnet.
Zur Ermittlung detaillierter Strahlungsdaten bietet sich das Photovoltaic Geographical Information System der EU an, dass Daten aus verschiedenen Jahren mit den entsprechenden Neigungswinkeln und Azimuten für den gewünschten Ort als CSV oder JSON Dateien kostenlos zur Verfügung stellt.
Komponentenauswahl
Zur Minimierung der Installationskosten fiel meine Wahl auf 8 PV-Module, die ich selber auf unseren Carport installieren konnte sowie einen Speicher mit 6,33 kWh. Der Speicher, Foxess Avocado 22 Pro, verfügt über einen Hybridwechselrichter mit entsprechenden Überlastungseinrichtungen, an den direkt die Photovoltaikmodule angeschlossen werden können, und der dann die eingespeiste Leistung auf die für Balkonkraftwerke erlaubte Leistung von 800 W begrenzt. Ich habe hier nicht die PV-Module mit der größten Leistung gewählt, sondern bewusst eine kleinere Leistung, um die Vorwärtsspannung auf den Wechselrichter anzupassen, da hier 2 Module per Y-Adapter an einem MPPT (Maximum Power Point Tracker) hängen.
Wichtig zu wissen, die VDE-Richtlinie (VDE-AR-N 4105:2026-03) legt die maximale Erzeugerleistung auf 800W fest, schreibt aber keine explizite Grenze für die Modulleistung vor. Detailliertere Hinweise und Erklärungen zum Umgang mit der VDE Richtline liefert ein Artikel bei Heise.

Ungeachtet etwaiger Mehrausgaben für die Installation auf dem Dach hätte eine größer dimensionierte Anlage nicht proportional viel mehr Ertrag erzielt. Ich gehe von ca. 30% mittleren Deckungsgrad für das Jahr aus, da die Wärmepumpe insbesondere in den Abendstunden und im Winter ein relativ großer Verbraucher ist, der dann nicht über die Photovoltaik bzw. den Speicher gedeckt werden kann.
Trotzdem ist der Speicher ist größer dimensioniert als üblich, die Faustformel liegt normalerweise bei 1 kWh pro 1 kWp Modulleistung. Für mein Verbrauchsprofil, also größere Verbraucher außerhalb der Sonnenstunden (Wärmepumpe und Elektroauto), ist eine größere Dimensionierung des Speichers hingegen sinnvoll.
Zur Steuerung des Speichers habe ich einen mit dem Speicher kompatiblen Energiezähler, Shelly 3M Pro, eingeplant.
Installation
Nachdem alle Komponenten geliefert wurden, ging es auf das Carport, um die Photovoltaikmodule zu montieren und die Kabel zu verlegen (siehe Foto). Der Anschluss an den Speicher ist dank der vorkonfektionierten Solarleitungen kinderleicht.

Lediglich den Netzanschluss und die Installations des Energiemessgerätes, Shelly Pro 3M, hat fachgerecht ein Elektriker von Plus-Minus Elektrobau vorgenommen.
Im Anschluss erfolgte noch die Einrichtung der Foxess Cloud, die Registrierung des Speichers und Kopplung mit dem Smart Meter.
Registrierung im Marktdatenstammregister
Nach der Installation erfolgte eine Registrierung der Photovoltaikanlage und des Speichers im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Diese Anmeldung ist relativ einfach und schnell erledigt. Die anschließend erfolgte Anmeldung beim Netzbetreiber dauerte deutlich länger und ist bis heute in Prüfung.
erste Ergebnisse
Anschließend war die Spannung groß, ob die ganze Anlage wie gewünscht arbeitet und entsprecht des Eigenverbrauchs Energie zum Haus transportiert. Wie auf dem Screenshot zu erkennen ist, funktioniert alles wie gewünscht, die Solaranlage erzeugt mehr Leistung als vom Haus benötigt wird, speichert den Überschuss und minimiert den Strombezug in diesem Moment auf 0 W (siehe Screenshot).
Langzeitdaten und Ergebnisse zum jährlichen Deckungsgrad folgen noch.

