Zeitloser Sozialer Wohnungsbau
Bei meinem letzten Berlin Besuch habe ich unter anderem mit Freund Christian einen Spaziergang durch die Hufeisensiedlung gemacht. Diese Siedlung ist eine der ersten großen Projekte des sozialen Wohnungsbaus Ende der 20er Jahre in Berlin, um für viele Menschen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Geplant wurde die Siedlung durch den Architekten Bruno Taut, unterstützt durch den Berliner Planer und späterer Berliner Stadtbaurat Martin Wagner, der auch für andere Wohnsiedlungen verantwortlich war.

Per Audiotour wird man in ca. 45 Minuten unterhaltsam durch die Siedlung geführt und erfährt in kleinen Häppchen viele interessante Details über die Siedlung.
Charakteristisch hier ist die Anordnung, alle Bewohner sollten einen Blick auf den See haben und den Garten nutzen können, der nicht durch die Wohnung im Erdgeschoss sondern durch einen Gemeinschaftszugang erreichbar ist. Jede Wohnung hat einen blau gestrichen Balkon, der bei schönem Wetter mit dem Himmel verschmelzen soll.

Nur wenige unterschiedliche Grundrisse und standardisierte Bauteile sollten die Baukosten und – zeiten reduzieren. Der Einsatz weniger, aber kräftiger Farben und die geringe Höhe der Häuser unterscheidet die Siedlungen von Taut von grauen Mietskasernen.
Damit die Häuser trotz identischer Grundrisse eine gewisse Individualität erhielten, variierte Taut bei kleinen Details und Farben. So unterscheiden sich die Hauseingänge durch verschiedene Rahmen, Farbe oder Materialien der Fenster und Türen (siehe Foto). Dadurch gibt es in der ganzen Siedlung nur wenige identische Häuser.

Taut plante aber auch zentrale Orte zur Begegnung der Bewohner ein, wie einen Platz mit einer Rundbank in der Straße Im Hüsung (siehe Foto). Einmal im Jahr ist es hier autofrei und dann wird das Hufeisenfest gefeiert.

Die mittlerweile sanierten Häuser befinden sich größtenteils in Privatbesitz und sind ein beliebtes Wohngebiet mit viel Grün und guter Anbindung.
