Neugierig geworden durch das Fahrradparkhaus in Utrecht (siehe Foto), wollte ich selber erleben, wie es sich anfühlt, mit dem Fahrrad in der Stadt in den Niederlanden zu fahren.

So bin ich mit meiner Frau mit dem Zug nach Utrecht gereist und von dort mit dem Fahrrad weiter nach Amsterdam gefahren. Sowohl in Utrecht als auch in Amsterdam haben wir uns dann hauptsächlich mit dem Fahrrad fortbewegt.

Das mit 12.500 Stellplätzen größte Fahrradparkhaus der Welt befindet sich direkt am Hauptbahnhof in Utrecht, damit die Einwohner direkt vom Rad ihre Reise mit der Bahn fortsetzen können. Die ersten 24 Stunden sind kostenlos, danach kostet es 1,25 Euro pro Tag. Logisch das der Zugang und die Abrechnung auch hier mit der holländischen OV-Chipkaart erfolgt. Wie die Karte funktioniert habe ich in einem anderen Blog-Artikel beschrieben.

Entsprechend ausgebaut ist auch die Infrastruktur für Fahrräder. Interessant sind einige verkehrstechnische Regeln:
– bei einem Geschwindigkeitsunterschied zwischen Auto und Fahrrad >35 km/h muss eine bauliche Trennung der Wege erfolgen
– geht ein Radweg in eine Straße über, müssen PKWs sich den Fahrrädern anpassen
– Linksabbiegen wird durch zweimal Geradeausfahren mit Richtungsänderung realisiert
– Einbahnstraßen u. ä. sind i. d. R. für Fahrräder in beiden Richtungen befahrbar

Auch weil Autofahrer viel mehr Rücksicht auf die Radfahrer nehmen, fühlten wir uns auf den Radwegen immer sicher. In den Niederlanden trägt der normale Radler (Rennradler ausgenommen) deshalb auch keinen Helm, ist ja uncool.

Die größte Gefahr sind andere Radler, die überholen oder an Kreuzungen die eigene Fahrrichtung queren. Eine entsprechende, für uns ungewohnte, Fahrbahnmarkierung weist darauf hin, an dieser Stelle der Kreuzung nicht stehen zu bleiben (siehe Foto).

Damit nicht genug, es gibt in den Niederlanden auch zahlreiche Brücken, die ausschließlich für Fußgänger und Fahrradfahrer gebaut und zugelassen wurden. Dazu gehören die futuristisch aussehende Brücke über die Erasmusgracht in Amsterdam sowie eine schleifenförmige Brücke über den Amsterdam-Rhein-Kanal (siehe Fotos).

Fahrradbrücke über die Erasmusgracht in Amsterdam
Liniebrug, Fahrradbrücke über den Amsterdam-Rhein-Kanal bei Nigtevecht

Zusammenfassung

Die gut ausgebauten und sicheren Fahrradwege haben uns positiv überrascht und für viel Spaß beim Radeln gesorgt, Wiederholung folgt. Aber das nächste Mal fahre ich ohne Helm und Fahrrad mit dem Zug hin und komme mit einem gebrauchten, typischen Hollandrad zurück.

Fahrrad in den Niederlanden
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